Jäger Arts

Projekt ION

Fünf Künstler*innen bespielten die Kirche St. Matthias in Neuwied. Dafür wurde sie leergeräumt, so dass die gesamte Architektur für künstlerische Interventionen bereitstand.

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Erhöhtes Lichten

Videoprojektion

Im 1. Weltkrieg wurde das Rosettenfenster der Kirche St. Matthias zugemauert. Die Projektionsfläche greift nun die ursprüngliche Position und das Maß des Fensters wieder auf, das nunmehr hinter der Orgel liegt. Auch ein Kirchenraum ist gleichsam „organisch“ und verändert sich im Laufe der Zeit.

WeibLicht

Projektion, Maße variabel, 50 Motive

Über leere Sockel werden Ganzkörperporträts von Mädchen und Frauen projiziert. Der sakrale Ort steht im Kontrast zum alltäglichen Erscheinungsbild der Figuren.

Bank

Plastik, Installation

Die rundliche Bank ist an den Maßen von Mensch und Kirche orientiert: Ihre Länge beträgt ein Körpermaß, die Breite ein halbes. Die Form der Füße nimmt die Struktur der Kreuzgewölbe auf. So entsteht ein Raum für Begegnung, der sowohl menschlich als auch sakral ist.

Tischtanz

Videoinstallation

Eine winzige Frauenfigur versucht, von einer schrägen Tischfläche zu entkommen. Schließlich springt sie aus dem Bild, hinüber zu der Bank.

Die Installation wird stets zusammen mit der Plastik „Bank“ gezeigt. ?

Beichtstühle

Installation

Die Kirche verfügt über zwei architektonische Wandfelder für Beichtstühle, die einander gegenüberliegen. Doch nur eines davon war tatsächlich durch Beichtstühle „belegt“. Berit Jäger und Joachim Schneider demontierten also deren Holzverkleidung und hängten sie auf der ursprünglich „freien“ Seite auf.

Hände

Videoprojektion

Das Video „Hände“ – hier in die Installation „Beichtstuhl“ integriert – zeigt Frauenhände inklusive Nagellack, die mit den Ornamenten der Kirche spielen.

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Projekt ION

Fünf Künstler*innen bespielten die Kirche St. Matthias in Neuwied. Dafür wurde sie leergeräumt, so dass die gesamte...

Übersicht Video / Videoinstallationen

Raum und Videobild verschmilzen in der Videoinstallation. Sie werden auch selber wieder mit Skulptur-Elementen angereichert. Am liebsten verwandelt Berit Jäger ganze Räume zu Gesamtkonstrukten, die je einem Thema folgen.

Dieser Ordner soll einen schnellen Überblick über die Video-Arbeiten der Künstlerin geben.

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Raum und Videobild verschmilzen in der...

Geschlechtsmensch

Welche Körperteile darf eine Frau verhüllen, welche zeigen? – Die Werkgruppe bringt Frauenbilder in der globalisierten Medienwelt zur Geltung. Die Künstlerin stellt gleichzeitig die Frage: Nähern sich Gender-Bilder aneinander an oder gehen sie auseinander?

Berit Jäger hat sich außerdem zwei andere Identitäten erschaffen, beide künstlerisch tätig: Ben Ce ist Informatiker und an Strukturen interessiert, Berina Bergen eine kinderlose Angestellte, die handfest bleibt und sich in der Kunst selbst verwirklicht. Diese künstlerische Strategie ist langfristige Performance und der Versuch, etablierte Rollenmuster zu hinterfragen.

Link zur Homepage von Ben Ce

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Geschlechtsmensch

Welche Körperteile darf eine Frau verhüllen,...

Tiermensch

Tiere sind Gebrauchsgegenstände für den Menschen – sie werden wahlweise geliebt, getötet, gegessen. Haustiere nehmen oftmals den Platz von Partner oder Kind ein. Die soziale Bindung zwischen Mensch und Tier wurde vom dänischen Soziologen Theodor Geiger als „Du-Evidenz“ bezeichnet. Andererseits wird das Fleisch im Handel gar nicht mehr als Teil vom Tier wahrgenommen.

Die Werkgruppe zeigt das „liebe Vieh“ zwischen spiritueller Erhöhung und Warenförmigkeit.

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Tiermensch

Tiere sind Gebrauchsgegenstände für den...

Gesellschaftsmensch

Warten auf die Weltrevolution – wann auch immer sie kommen mag, man hält sich bereit. Und in der Zwischenzeit wurden Rangfolgen eingeteilt. Diese werden durch Wörter wie „untergeordnet“, „abgeordnet“ oder „übergeordnet“ benannt.

Die Fotoarbeiten drehen sich um den Verlust der Ordnung im Falle der untergegangenen DDR. Menschen, die zur Zeit der Wiedervereinigung 40 Jahre und älter waren, haben diese Phase gesellschaftlichen Umbruchs ganz besonders intensiv wahrgenommen. Sie mussten in vielen Belangen des Lebens neu starten und waren dort genauso Anfänger wie ihre 20-jährigen Kinder.

Dieser Verlust förderte das innerliche Festhalten an alten Idealen – und das Warten: auf eine weitere Revolution, auf den Pausengong, auf den Tod. Der Mensch steckt in diesem Zustand fest wie die Figuren in Samuel Becketts „Warten auf Godot“.

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Gesellschaftsmensch

Warten auf die Weltrevolution - wann auch immer...

Heterotopien

Ordnung definiert Räume – und bestimmt, wie Menschen sich darin verhalten. Familie, Schule und Krankenhaus haben je eigene räumliche Aufteilungen. Auch ticken die Uhren dort je anders. Orte, die die aktuelle gesellschaftliche Struktur in Perfektion zeigen, heißen auch „Heterotopien“.

Und so verfällt der Mensch in einen Alltagstrott – mitsamt Tempo, Wiederholungen, Reibungen und der Sehnsucht, dem Trott zu entfliehen. Er fühlt sich schließlich gefangen im Alltag. Benimmregeln zeigen uns, wie wir den „richtigen“ Platz in der Gesellschaft einnehmen können. Die Zerlegung des Tagesablaufs wird durch die Orte bestimmt, an denen wir Mann/Frau, Mutter/Vater oder Produktionsmitarbeiter*in sind.

Wir befolgen die Regeln nicht nur, sondern wir verkörpern sie durch unser Tun. Es entstehen Handlungsrituale. Durch das Zeigen der „richtigen“ Moral, das Abfragen von „richtigem“ Wissen und durch Sanktionen bei Abweichungen disziplinieren und überwachen wir uns selbst.

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Heterotopien

Ordnung definiert Räume - und bestimmt, wie...

Leni im TV

Eine umstrittene Figur der Filmgeschichte Deutschlands: Leni Riefenstahl. Sie war in der Zeit des Nationalsozialismus ein Star. Die Grafiken verfremden Einstellungen aus einem ihrer Filme über Berlin. So entstehen Montagen aus Schwarzweißbild und farbigen Formen, die die Vielschichtigkeit des Bildraums zeigen.

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Leni im TV

Eine umstrittene Figur der Filmgeschichte...

Raummensch

Bildraum und Körperbild – wie verhalten sie sich zueinander? Der Körper zeigt sich in dieser „Bildgymnastik“ ganz organisch, weich und rund. Die Bildkanten schließen sich unerbittlich um ihn, zerschneiden ihn gar. Diese Körper sind vereinzelt, schließen sich mit dem Raum zu einem undurchdringlichen Muster zusammen.

Die Fotos werden in Ausstellungen installiert und definieren so ihrerseits den Raum neu.

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Raummensch

Bildraum und Körperbild - wie verhalten sie...

Fotografie-Spiegelungen

Im Spiegel wendet sich die Kamera gegen sich selbst. Die Fotos zeigen einen doppelt rückwärts gewandten Blick: Einerseits in den Spiegel (nach „hinten“), andererseits auf einen vergangenen Moment. Im Spiegelbild-Foto verkürzen sich alle Ebenen des Raumes auf zwei Dimensionen, wie auf Gegenwärtiges und Erinnertes. So entstehen Kraftlinien, die jedoch etwas zeigen, das unwiederbringlich verloren ist.

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Fotografie-Spiegelungen

Im Spiegel wendet sich die Kamera gegen sich...

Erinnerungsmensch

Das Licht eines vorbeifahrenden Autos gleitet an den Zimmerwänden entlang. Im Wasser der Badewanne schwimmt die Silhouette eines weit entfernten Gebäudes. Installationen und ein Video widmen sich diesen Beobachtungen, denen man sich als Kind stundenlang hingeben konnte. Sie ergeben zusammen die Sehnsucht nach einer Heimat, die doch unerreichbar geworden ist.

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Erinnerungsmensch

Das Licht eines vorbeifahrenden Autos gleitet an...

Aktuelles

RAM Robot-Art-Mensch

Traditionsschiff-Schifffahrtsmuseum, Rostock

ab 19.06.21

20 Uhr

audiovisuelle Performance mit Frühstudierenden der Young Academy Rostock und des PreCollege Würzburg, online verfügbar unter:

www.young-academy-rostock.de

Geheimgänge der Festung Marienberg, Würzburg

Herbst 2021 Audiovisuelle Performance über im Raum Verzeichnetes

(Details werden bekanntgegeben)

 

 

 

 

 

Ausstellungen (Auszug)

2021

 

RAM – Robot Art Mensch, Traditionsschiff-Schifffahrtsmuseum Rostock

 

2019 Tennis, Kunstverein Bellevue-Saal Wiesbaden
2018 Flux4Art, Kunstverein Germersheim
Projekt ION+, 5 Künstler in der leeren Kirche St. Matthias Neuwied
Es dauert. Es ist riskant. Es bleibt womöglich für immer, Arp Museum RLP
und im Forum Alte Post in Pirmasens
Mein reines Schwein sein, Einzelausstellung,VG Bodenheim
2017 “LES TRAVERSÉES DU MARAIS” FESTIVAL, Paris
Stabile Neigung, Kunstverein Ingelheim
Es pocht, Kunstverein Eisenturm Mainz + Es pocht Episode 2, AKM Koblenz
2016 „2000 und 1 Nacht“, vom Sinn in den Dingen, Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)
30 × 30 × 30 Mitglieder stellen aus, Bellevue-Saal, Wiesbaden
2015 3 x klingeln, Kunst in der Mainzer Neustadt
Prunkversuche: Annäherung an Schinken, Sonderausstellung Heylshof Worms
Das Imperium – upside down, Rathaus Mainz
ANSICHTSSACHE, Kunstverein Frankenthal
2014 DU EVIDENZ, Einzelausstellung im Essenheimer Kunstverein
_geordnet, Einzelausstellung im Abgeordnetenhaus Manfred Geiss
open expo, Klangkunstausstellung TUFA Trier
2013 peepshow, Essenheimer Kunstverein Rathaus Mainz, Essenheimer Kunstverein Rathaus Mainz
2012 Vermessen, Galerie 52 Essen
Balmorale, Schloß Balmoral Bad Ems
2011  bring your own shadow, CAOS Art Gallery Venedig
fail better 3, Kunsthalle Mainz; Mainz
frames from the edge, Galerie Marion Scharmann Köln
2010  Full House, Projektraum Satellit, Galerie Anita Beckers Frankfurt

 

Fakten

Berit Jäger wurde 1971 in Bergen geboren / aufgewachsen in Rostock

2014 Meisterschülerin von Prof. J.Samen, künstlerische Fotografie
2012 Diplom Freie Bildende Kunst
2006 Kunsthochschule Mainz / Studium bei Prof. D. Kiessling, Medienkunst / Studium bei Prof. J.Samen, künstlerische Fotografie

Förderpreise

2017 Balmoralstipendium in Paris
2010 Förderpreis der Rheinland-Pfalz Bank

 

 

 

 

BeritBerit Jäger

„Bilder lügen immer“ – so stellt es die Medienkünstlerin Berit Jäger fest. Doch wir sind von Bildern abhängig, Körperbildern, Idealen etwa. Die Künstlerin möchte nun die „Lügen“ als mehr oder weniger verborgene Ordnungen sichtbar machen. In ihren Fotos und Videos geht es also um den ganz normalen Alltag, als Mann/Frau, Mensch/Tier, als Körper, der sich in Räumen bewegt.

Räume zwingen uns ihre Ordnungen auf. Rollenbilder bestimmen, wer Mann/Frau oder Mensch/Tier sein soll. Gesellschaftliche Vorstellungen bestimmen, wie ein Körper auszusehen hat. Berit Jäger wuchs in der DDR auf, und sie glaubt deswegen Inszenierungen nicht mehr. Stattdessen möchte sie in ihrer Arbeit bewusst auf die „Fälschung“ oder die Manipulation hinweisen: Fotos werden digital bearbeitet, dann wiederum im Raum neu angeordnet; Videos werden montiert, verfremdet, inszeniert.

Die neuen Räume, die sie schafft, erfüllen den philosophischen Begriff der Heterotopie“. Nach Michel Foucault sind dies Orte, die in besonderer Weise die Ordnung einer bestimmten Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Das Private wird hier durchaus politisch.

So entsteht aus Berit Jägers eigener Erlebniswelt ein vielschichtiges System von Bedeutungen, Ebenen, Reflexionen und Stimmungen. Immer wird dabei die Konstruktion von Bildern und Bedeutungen sichtbar. Das Technische trifft auf das Organische. Ein humorvolles Augenzwinkern entschärft dabei oft die Schnittstellen. Zwischen klinischer Kälte und warmherziger Betrachtung blitzt dabei ihr zutiefst menschlichen Weltbild auf.

 

 

Links

words-images – Büro für Kommunikation

Joachim F.W.Schneider