Jäger Arts

Übersicht Video / Videoinstallationen

Videoinstallationen dienen dazu, Raum und Bild zu verschmelzen. Sie werden auch selber wieder mit Skulptur-Elementen angereichert. Am liebsten verwandelt Berit Jäger ganze Räume zu Gesamtkonstrukten, die je einem Thema folgen.

Dieser Ordner soll einen schnellen Überblick über die Video-Arbeiten der Künstlerin geben.

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Übersicht Video / Videoinstallationen

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Schleierhaft

Welche Körperteile darf eine Frau verhüllen, welche zeigen? – Die Werkgruppe bringt Frauenbilder in der globalisierten Medienwelt zur Geltung. Die Künstlerin stellt gleichzeitig die Frage: Nähern sich Gender-Bilder aneinander an oder gehen sie auseinander?

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Schleierhaft

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DU EVIDENZ

Tiere werden vom Menschen geliebt, getötet, gegessen. Haustiere nehmen oftmals den Platz von Partner oder Kind ein. Die soziale Bindung zwischen Mensch und Tier wurde vom dänischen Soziologen Theodor Geiger als „Du-Evidenz“ bezeichnet. Andererseits wird das Fleisch im Handel gar nicht mehr als Teil vom Tier wahrgenommen.

Die Werkgruppe zeigt das „liebe Vieh“ zwischen spiritueller Erhöhung und Warenförmigkeit.

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DU EVIDENZ

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_geordnet

Solange die Weltrevolution noch nicht eingetreten war, musste man warten. Und in der Zwischenzeit wurden Rangfolgen eingeteilt. Diese werden durch Wörter wie „untergeordnet“, „abgeordnet“ oder „übergeordnet“ benannt.

Die Fotoarbeiten drehen sich um den Verlust der Ordnung im Falle der untergegangenen DDR. Menschen, die zur Zeit der Wiedervereinigung 40 Jahre und älter waren, haben diese Phase gesellschaftlichen Umbruchs ganz besonders intensiv wahrgenommen. Sie mussten in vielen Belangen des Lebens neu starten und waren dort genauso Anfänger wie ihre 20-jährigen Kinder.

Dieser Verlust förderte das innerliche Festhalten an alten Idealen – und das Warten: auf eine weitere Revolution, auf den Pausengong, auf den Tod. Der Mensch steckt in diesem Zustand fest wie die Figuren in Samuel Becketts „Warten auf Godot“.

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_geordnet

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Heterotopien

Die Werkreihe zeigt, wie sich Ordnung in Räumen niederschlägt – und wie Menschen sich darin wiederfinden. Familie, Schule und Krankenhaus haben je eigene räumliche Aufteilungen. Auch ticken die Uhren dort je anders. Orte, die die aktuelle gesellschaftliche Struktur in Perfektion zeigen, heißen auch „Heterotopien“.

Und so verfällt der Mensch in einen Alltagstrott – mitsamt Tempo, Wiederholungen, Reibungen und der Sehnsucht, dem Trott zu entfliehen. Er fühlt sich schließlich gefangen im Alltag. Benimmregeln zeigen uns, wie wir den „richtigen“ Platz in der Gesellschaft einnehmen können. Die Zerlegung des Tagesablaufs wird durch die Orte bestimmt, an denen wir Mann/Frau, Mutter/Vater oder Produktionsmitarbeiter*in sind.

Wir befolgen die Regeln nicht nur, sondern wir verkörpern sie durch unser Tun. Es entstehen Handlungsrituale. Durch das Zeigen der „richtigen“ Moral, das Abfragen von „richtigem“ Wissen und durch Sanktionen bei Abweichungen disziplinieren und überwachen wir uns selbst.

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Heterotopien

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Leni im TV

Leni Riefenstahl ist eine der umstrittensten Figuren der deutschen Filmgeschichte. Sie war in der Zeit des Nationalsozialismus ein Star. Die Grafiken verfremden Einstellungen aus einem ihrer Filme über Berlin. So entstehen Montagen aus Schwarzweißbild und farbigen Formen, die die Vielschichtigkeit des Bildraums zeigen.

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Leni im TV

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Fotografie Körper-Raum

In dieser „Bildgymnastik“ wird gefragt: Wie verhalten sich Bildraum und Körperbild zueinander? Der Körper zeigt sich ganz organisch, weich und rund. Die Bildkanten schließen sich unerbittlich um ihn, zerschneiden ihn gar. Diese Körper sind vereinzelt, schließen sich mit dem Raum zu einem undurchdringlichen Muster zusammen.

Die Fotos werden in Ausstellungen installiert und definieren so ihrerseits den Raum neu.

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Fotografie Körper-Raum

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Fotografie-Spiegelungen

Die Fotos zeigen den doppelt rückwärts gewandten Blick: Einerseits in den Spiegel (nach „hinten“), andererseits auf einen vergangenen Moment. Im Spiegelbild-Foto verkürzen sich alle Ebenen des Raumes auf zwei Dimensionen, wie auf Gegenwärtiges und Erinnertes. So entstehen Kraftlinien, die jedoch etwas zeigen, das unwiederbringlich verloren ist.

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Fotografie-Spiegelungen

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Heimat

Das Licht eines vorbeifahrenden Autos gleitet an den Zimmerwänden entlang. Im Wasser der Badewanne schwimmt die Silhouette eines weit entfernten Gebäudes. Installationen und ein Video widmen sich diesen Beobachtungen, denen man sich als Kind stundenlang hingeben konnte. Sie ergeben zusammen die Sehnsucht nach einer Heimat, die doch unerreichbar geworden ist.

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Heimat

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Aktuelles

RAM Robot-Art-Mensch

Traditionsschiff- Schifffahrtsmuseum, Rostock

26.09.2020 10.00 Uhr-16.00 Uhr

Vorführung während des Museumsbetriebes

19.00 Uhr

Audiovisuelle Performance

Kirche Maria Geburt, Schweinheim

09.10.2020 20.00 Uhr

Audiovisuelle Performance über im Raum Verzeichnetes

Geheimgänge der Festung Marienberg, Würzburg

Frühjahr 2021

Audiovisuelle Performance über im Raum Verzeichnetes 

 

 

 

 

 

Ausstellungen (Auszug)

2019 Tennis, Kunstverein Bellevue-Saal Wiesbaden
2018 Flux4Art, Kunstverein Germersheim
Projekt ION+, 5 Künstler in der leeren Kirche St. Matthias Neuwied
Es dauert. Es ist riskant. Es bleibt womöglich für immer, Arp Museum RLP
und im Forum Alte Post in Pirmasens
Mein reines Schwein sein, Einzelausstellung,VG Bodenheim
2017 “LES TRAVERSÉES DU MARAIS” FESTIVAL, Paris
Stabile Neigung, Kunstverein Ingelheim
Es pocht, Kunstverein Eisenturm Mainz + Es pocht Episode 2, AKM Koblenz
2016 „2000 und 1 Nacht“, vom Sinn in den Dingen, Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)
30 × 30 × 30 Mitglieder stellen aus, Bellevue-Saal, Wiesbaden
2015 3 x klingeln, Kunst in der Mainzer Neustadt
Prunkversuche: Annäherung an Schinken, Sonderausstellung Heylshof Worms
Das Imperium – upside down, Rathaus Mainz
ANSICHTSSACHE, Kunstverein Frankenthal
2014 DU EVIDENZ, Einzelausstellung im Essenheimer Kunstverein
_geordnet, Einzelausstellung im Abgeordnetenhaus Manfred Geiss
open expo, Klangkunstausstellung TUFA Trier
2013 peepshow, Essenheimer Kunstverein Rathaus Mainz, Essenheimer Kunstverein Rathaus Mainz
2012 Vermessen, Galerie 52 Essen
Balmorale, Schloß Balmoral Bad Ems
2011  bring your own shadow, CAOS Art Gallery Venedig
fail better 3, Kunsthalle Mainz; Mainz
frames from the edge, Galerie Marion Scharmann Köln
2010  Full House, Projektraum Satellit, Galerie Anita Beckers Frankfurt

 

Fakten

Berit Jäger wurde 1971 in Bergen geboren / aufgewachsen in Rostock

2014 Meisterschülerin von Prof. J.Samen, künstlerische Fotografie
2012 Diplom Freie Bildende Kunst
2006 Kunsthochschule Mainz / Studium bei Prof. D. Kiessling, Medienkunst / Studium bei Prof. J.Samen, künstlerische Fotografie

Förderpreise

2017 Balmoralstipendium in Paris
2010 Förderpreis der Rheinland-Pfalz Bank, anläßlich des Rundgangs der Kunsthochschule Mainz / prämiert wurde eine Video-Arbeit

 

 

 

 

BeritBerit Jäger

„Bilder lügen immer“ – so stellt es die Medienkünstlerin Berit Jäger fest. Doch wir sind von Bildern abhängig, Körperbildern, Idealen etwa. Die Künstlerin möchte nun die „Lügen“ als mehr oder weniger verborgene Ordnungen sichtbar machen. In ihren Fotos und Videos geht es also um den ganz normalen Alltag, als Mann/Frau, Mensch/Tier, als Körper, der sich in Räumen bewegt.

Räume zwingen uns ihre Ordnungen auf. Rollenbilder bestimmen, wer Mann/Frau oder Mensch/Tier sein soll. Gesellschaftliche Vorstellungen bestimmen, wie ein Körper auszusehen hat. Berit Jäger wuchs in der DDR auf, und sie glaubt deswegen Inszenierungen nicht mehr. Stattdessen möchte sie in ihrer Arbeit bewusst auf die „Fälschung“ oder die Manipulation hinweisen: Fotos werden digital bearbeitet, dann wiederum im Raum neu angeordnet; Videos werden montiert, verfremdet, inszeniert.

Die neuen Räume, die sie schafft, erfüllen den philosophischen Begriff der Heterotopie“. Nach Michel Foucault sind dies Orte, die in besonderer Weise die Ordnung einer bestimmten Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Das Private wird hier durchaus politisch.

So entsteht aus Berit Jägers eigener Erlebniswelt ein vielschichtiges System von Bedeutungen, Ebenen, Reflexionen und Stimmungen. Immer wird dabei die Konstruktion von Bildern und Bedeutungen sichtbar. Das Technische trifft auf das Organische. Ein humorvolles Augenzwinkern entschärft dabei oft die Schnittstellen. Zwischen klinischer Kälte und warmherziger Betrachtung blitzt dabei ihr zutiefst menschlichen Weltbild auf.

 

 

Links

words-images – Büro für Kommunikation

Joachim F.W.Schneider